Amt der Oö. Landesregierung
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Bei der Entstehung von Essstörungen geht man, wie bei den meisten psychischen Erkrankungen, davon aus, dass viele Faktoren ursächlich eine Rolle spielen.

Diese Faktoren, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung eine Rolle spielen, lassen sich im Wesentlichen in vier übergeordnete Bereiche zusammenfassen: Soziokulturelle Faktoren, individuelle Belastungsfaktoren, familiäre Faktoren, und biologische Faktoren.

Soziokulturelle Faktoren

Zu den soziokulturellen Faktoren zählt das vorherrschende Schlankheitsideal. Das immer unrealistischer werdende Figurenideal begünstigt eine anorektische und bulimische Symptombildung in Konfliktsituationen.

Individuelle Belastungsfaktoren

Zu möglichen individuellen Belastungsfaktoren bei Anorexia nervosa und Bulimia nervosa zählen Probleme mit dem Selbstwert, Überforderung durch Bezugspersonen, interpersonelle Konflikte, soziale Unsicherheiten und Ängste, sexuelle Konflikte sowie Traumata und Gewalt.

Familiäre Faktoren

Die Entstehung von Essstörungen hängt oftmalig auch mit familiären Beziehungsmustern zusammen. Kennzeichen von Familien anorektischer Patientinnen können ein starker familiärer Zusammenhalt, hohe Leistungsorientierung, Überbehütung, Konfliktvermeidung, Harmoniegebot, Mangel an Konfliktbewältigungsstrategien und starke emotionale Verbundenheit sein. In Familien bulimischer PatientInnen wird ein eher impulsiver, konflikthafter Kommunikationsstil beobachtet.

Biologische Faktoren

Biologische Faktoren können in Kombination mit anderen ätiologischen Faktoren ebenfalls eine Rolle in der Genese von Essstörungen spielen. Ein Mangel des Neurotransmitters Serotonin könnte bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von psychogenen Essstörungen eine Rolle spielen. Es ist bekannt, dass PatientInnen mit Essstörungen oftmalig ausgeprägte depressive Syndrome zeigen und dass sie häufig ähnliche endokrinologische Auffälligkeiten aufweisen wie PatientInnen mit depressiven Erkrankungen.

Als Risikofaktor gilt zudem ein biologisch höheres Gewicht bei normaler Nahrungsaufnahme. Das angestrebte Schlankheitsideal kann nur durch ein sehr restriktives Essverhalten erreicht werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Störungen im Essverhalten (z.B. Diät) erhöht wird.