Amt der Oö. Landesregierung
Direktion Soziales und Gesundheit
Abteilung Gesundheit
Bahnhofplatz 1, 4021 Linz
Telefon: +43 732 77 20-14133
Fax: +43 732/7720-214355
E-Mail: post@gesundes-oberoesterreich.at
http://www.gesundes-oberoesterreich.at

Weitere Projekte

Moderne Primärversorgung, spezielle Hilfe bei komplexen Erkrankungen oder eine schnellere Rettung bei Schlaganfällen: Ohne die gemeinsame „Zielsteuerung Gesundheit“ von Land und OÖGKK würden wichtige Gesundheitsbereiche unkoordinierter laufen oder gar fehlen. Hier einige Beispiele:

 

Primärversorgungsmodelle

Primärversorgungseinheiten sind eine Möglichkeit die gute medizinische Grundversorgung dauerhaft abzusichern. Ziel ist, dass die Hausärztinnen und Hausärzte, die mit Pflegepersonal, Therapeuten etc. die erste Anlaufstelle für rund 95 Prozent der medizinischen „Alltagssorgen“ sind, attraktive Arbeitsbedingungen vorfinden und verstärkt zusammenarbeiten.

Damit soll diese für alle Menschen leicht zugängliche, erste Kontaktstelle gestärkt und das Rückgrat der medizinischen Versorgung gesichert werden. Durch Zusammenarbeit können erweiterte Öffnungszeiten für die Patientinnen und Patienten und umfassendere Leistungen angeboten werden (z.B. Gesundheitsförderung und Prävention), darüber hinaus attraktivere Arbeitsbedingungen für die einzelnen Ärztinnen und Ärzte, auch abseits der Zentralräume.

Mit dem Primärversorgungszentrum (PVZ) Enns ist mit Jänner 2017 das erste PV-Modell in Oberösterreich sehr erfolgreich gestartet. Dort arbeiten mehrere Allgemeinmediziner, Diplompflegekräfte und Ordinationsassistentinnen unter einem Dach. Zum Angebot gehören aber auch Physio-, Logo-, Ergo- und Psychotherapie, Diätologie und Sozialberatung. Die verschiedenen Gesundheitsberufe arbeiten eng zusammen und gewährleisten eine gut abgestimmte Versorgung der Menschen. Das zweite PVZ in Marchtrenk wurde im Oktober 2017 eröffnet, 2018 sind die PV-Modelle in Haslach und in Sierning/Neuzeug in Betrieb gegangen.

Die Gebietskrankenkasse, das Land und die Ärztekammer haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 insgesamt 25 multiprofessionelle Primärversorgungsmodelle (PV-Modelle) in Oberösterreich zu definieren.

 

Multiprofessionelle/interdisziplinäre Versorgungsformen

Integrierte Demenzversorgung (IVD)

Nutzen und Effizienz der Demenzberatungsstellen konnten im Pilotprojekt klar dargelegt werden. Die Angebote Beratung, Diagnostik, Schulung der Angehörigen und Ressourcentraining entsprechen den Vorgaben der Österreichischen Demenzstrategie und dem Bedarf von Betroffenen und Angehörigen. Derzeit wird ein Konzept erstellt, das nach Maßgaben der zur Verfügung stehenden Mittel eine Ausrollung auf ganz ermöglichen soll.

Das Konzept für die zweite Pilotierungsphase bei den Alten- und Pflegeheimen (APH) wurde fertiggestellt. Die bestehenden Heime, Haus Neustadt Wels und Haus für Senioren Wels sowie die drei neuen Heime, Haus für Senioren in Mauerkirchen, APH Kallham, APH Ternberg haben mit der Adaptierung hauseigener Strukturen begonnen. Die Pilotierungen der neuen Angebotsstruktur sind mit 4. Quartal 2017 gestartet.

 

Neurolinguistische Ambulanz (NLA) Autismus

Die NLA Autismus der Barmherzigen Brüder Linz unterstützt als Autismus-Kompetenzzentrum Menschen mit Autismus durch diagnostische, therapeutische, pädagogische, psychologische und soziale Angebote. Für diese komplexe Entwicklungsstörung gibt es noch keine vollständige Heilung. Möglichst frühe und intensive Therapien können jedoch die Fähigkeiten der betroffenen Personen verbessern und so ihre die Lebensqualität und die ihrer Angehörigen entscheidend erhöhen.

Das Team des Autismus-Kompetenzzentrums bei den Barmherzigen Brüdern bietet bereits frühe Interventionen bei Kindern zwischen zwei und fünf Jahren an. Ein mobiles Team ermöglicht zudem die Betreuung der Kinder und Eltern in der gewohnten Wohnumgebung.

Eine erste Evaluierung erfolgte durch Interviews der betroffenen Eltern sowie durch Analyse von Kennzahlen im Herbst 2016. Die Wirksamkeit der Therapie, insbesondere an Hand des „Mullen-Index“ (eines international anerkannten Autismus-Index), konnte dabei eindrucksvoll nachgewiesen werden. Mit den erfolgten Adaptierungen liegt nun ein effizientes Therapieangebot für Kinder mit frühkindlichem Autismus vor.

 

Sektorenübergreifende Versorgungsprozesse in

Zahnbehandlung in Narkose

Das Kooperationsprojekt zwischen Land und der Sozialversicherung (SV) "Zahnbehandlung in Sedierung oder Vollnarkose" für Menschen mit cerebraler Beeinträchtigung, Kinder bis zum 8. Lebensjahr (wenn anders nicht möglich) und Patienten mit psychiatrischen Gutachten stellt ein erweitertes Angebot zur Zahnbehandlung mit Fokus insbesondere auf die Inklusion und die Sicherstellung der Notfallversorgung dieser Patientengruppe dar. Mit 2018 werden am Klinikum Wels/Grieskirchen zusätzliche Kapazitäten zur zeitnahen und kompetenten Versorgung dieser Patientengruppe geschaffen. Das bereits bestehende Angebot bleibt weiter aufrecht.

 

Ambulanz für inklusive Medizin

Das Kooperationsprojekt von Land und SV wurde mit Herbst 2017 am KH Barmherzige Brüder Linz gestartet. Das Angebot richtet sich primär an erwachsene Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung oder Mehrfachbeeinträchtigung mit kognitiver Beteiligung (ausgenommen sind im Projekt Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen auf Grund von Demenz und Sucht).

Ziele:

  • koordinierter Zugang zu allen medizinischen Leistungen durch entsprechende Begleitangebote kompetenter Teams
  • spezielle Diagnostik und Therapie bei spezifischen Krankheitsbildern

 

Integrierte Versorgung Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

In Oberösterreich leiden nach Schätzungen rund 18.500 Menschen an einer Herzinsuffizienz, also an einer chronischen Herzschwäche. Trotz laufender Behandlung müssen viele von ihnen wiederholt ins Spital aufgenommen werden, weil sie Medikamente unregelmäßig einnehmen oder Warnzeichen einer Verschlechterung nicht erkennen. Das Pilot-Projekt will durch Betreuung aus einem Guss lückenlose Therapien für Patientinnen und Patienten erreichen. Dazu arbeiten niedergelassene Ärzte, Spitäler und Pflegedienste noch enger zusammen.

Ziele:

  • Steigerung der Lebensqualität der Patientinnen/Patienten
  • positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs
  • Doppeluntersuchungen vermeiden durch Transparenz über die Aufgabenverteilung in der Versorgung
  • Steigerung der Gesundheitskompetenz
  • Schulung zum Selbstmanagement
  • verbesserte Kooperation und Vernetzung zwischen den Versorgungspartnern

Das Pilot-Projekt läuft bis Mitte 2020 in den Bezirken Linz, Linz-Land, Rohrbach und Urfahr-Umgebung. Es beinhaltet u.a. eine Schulung für Patientinnen/Patienten mit Herzinsuffizienz, medizinische Betreuung (Quartalskontrollen beim Hausarzt, fachärztliche Kontrollen beim Internisten und im Krankenhaus), Informationsmaterial und ein „Herzinsuffizienz-Tagebuch“, das einen sicheren Umgang mit der Erkrankung fördern soll.

 

Aktivitäten im Kooperationsbereich

Integrierte Schlaganfallversorgung

Das Projekt will die Behandlung von Schlaganfallpatientinnen und –patienten kontinuierlich verbessern und wurde mit Beginn 2011 in den Regelbetrieb übernommen.

Ziele:

  • geringere Sterblichkeit
  • weniger bleibende Behinderung bzw. ein selbstbestimmtes Leben
  • Chancengleichheit bei der Versorgung (auch im Hinblick auf geschlechter-spezifische Unterschiede)
  • Verbesserung des Behandlungsprozesses

 

Sozialpsychiatrisches Ambulanzzentrum (SPAZ)

will das ambulante Angebot an psychiatrischer Akutversorgung verbessern.

Ziele:

  • durch gezielte Weiterleitung an außerstationäre Versorgungsangebote Vermeiden nicht notwendiger stationärer Aufnahmen in den Neuromed Campus des Kepler Universitätsklinikums (KUK)
  • Verbesserung der regionalen Versorgungsqualität durch das Angebot einer multiprofessionellen, akuten Clearing- und Behandlungsstelle

 

Diabetikerbetreuung „Therapie Aktiv“

Die strukturierte Versorgung und Schulung von Typ II-Diabetikern soll zur Vermeidung bzw. Verzögerung von Folgeschäden und zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen beitragen. Durch die intensive Betreuung innerhalb des Projekts sollen Krankenhausaufenthalte der Betroffenen reduziert oder die Liegedauer verkürzt werden.

Die Betreuung wird von niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Internisten auf freiwilliger Basis angeboten.

 

Kinder- und Jugendkompetenzzentrum (KIJUK) Innviertel / St. Isidor

Das KIJUK ist ein integriertes Versorgungsmodell für Kinder und Jugendliche mit Auffälligkeiten im emotionalen, kognitiven, sozialen und Verhaltensbereich und für deren Angehörige.

Ziele:

  • durch ein umfassendes diagnostisches, therapeutisches, heil- und sozialpädagogisches Angebot soll sich der körperliche und seelische Zustand bzw. das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen verbessern und sich ihr Verhaltens- und Erlebnisrepertoire erweitern
  • das engere soziale Umfeld soll eine Entlastung erfahren
  • der Zugang soll frühzeitig, niederschwellig und gezielt erfolgen

 

Braunauer Psychosemodul

Mit diesem zusätzlichen ambulanten Behandlungsangebot zur Stabilisierung von Patientinnen und Patienten sollen u.a. immer wiederkehrende stationäre Einweisungen reduziert werden.

Ziele:

  • durch vernetztes Vorgehen Doppelbehandlungen verhindern
  • Verbesserung der Lebensqualität der Patienten
  • Verbesserung der Partizipation der Patienten am gesellschaftlichen Leben
  • höhere Qualität
  • weniger Zugangsbarrieren

Die Patientenzahl (stationäre Aufenthalte) konnte durch das Psychosemodul im Beobachtungszeitraum halbiert, die stationäre Aufenthaltsdauer von Patientinnen und Patienten mit Psychose um mehr als zwei Drittel (70 %) reduziert werden.

 

Neurologisch linguistische Ambulanz (NLA) Barmherzige Brüder Linz

Das bestehende Therapieangebot soll für Kinder, die gesamthaft beeinträchtigt sind und komplexer Interventionen bedürfen, erweitert werden. Zielgruppe sind Kinder, die im Rahmen der Neurologisch-linguistischen Ambulanz diagnostiziert werden und für die angesichts der Komplexität ihres Störungsbildes keine adäquaten Therapieangebote in der niedergelassenen Versorgungslandschaft vorgehalten werden. Dies sind insbesondere Kinder mit Störungen in der Kommunikation und Sprache, die auch in anderen relevanten Entwicklungsdimensionen Auffälligkeiten aufweisen und daher einer multidisziplinären therapeutischen Arbeit bedürfen, die in enger Absprache mit den diagnostizierenden Stellen zielgerichtet durchzuführen ist.

Ziele:

  • Kinder und Erwachsene mit Schwierigkeiten im Bereich von Sprache und Kommunikation sowie des Lernens bei der Ausschöpfung ihres persönlichen Potenzials unterstützen
  • frühe Erkennung von Entwicklungsauffälligkeiten
  • individuelle Beratung und Planung von Förderung und Therapie

 

Besser zuhause

„Besser zuhause“ ist ein Pilotprojekt des Ordensklinikums Linz Elisabethinen mit der Gebietskrankenkasse, der Ärztekammer und dem Land OÖ. Um nach akuten Erkrankungen, Operationen oder Stürzen wieder in den Alltag zurückzufinden, benötigen vor allem ältere Menschen oft Unterstützung in Form einer geriatrischen Remobilisation. Konkrete Maßnahmen und Therapieeinheiten helfen dabei, den Alltag wieder selbstständiger zu bewältigen und mobiler zu werden. Die mobile geriatrische Remobilisation findet ausnahmslos zuhause statt. Patientinnen und Patienten können dadurch möglichst rasch wieder in die vertraute Umgebung zurückkehren.